Brief von Lukas Gerbig
aus Florianópolis

Bild gross Blick aus Padre Vilsons Haus

 

Florianópolis, den 24. Februar 2009


Sechs Wochen bin ich nun schon hier im suedbrasilianischen Florianópolis und werde auch noch drei weitere Monate hier verbringen:
Mit all den neuen Eindruecken, Erlebnissen und Menschen vergeht die Zeit wie im Flug! Ich wohne hier im Haus von Padre
Vilson auf dem"Monte Serrat", einem der von den Armen besiedelten Huegeln, die die Stadt
umgeben. Padre Vilson und Pater Walzer haben mich hier sehr herzlich empfangen und will-
kommen geheissen, sodass ich mich hier wirklich rundum wohlfuehle. Aber was fuer mich gilt,
gilt auch fuer Andere: Das Haus Padre Vilsons ist eine Anlaufstelle fuer jung und alt auf der Suche
nach Rat, da sich alle sicher sein koennen, dass sie hier gutgemeinte und wohlueberlegte Unter-
stuetzung bekommen. Nachdem die Sommerferien nun zu Ende sind, beginnen auch die sozialen
Projekte wieder, an denen ich in meiner Zeit hier mitarbeiten werde. Um mich einzugewoehnen und
meine ersten Eindruecke zu sammeln, habe ich in letzter Zeit ein Projekt mit Kindern und Jugend-
lichen begleitet, was mir sehr viel Spass macht, auch wenn die Kommunikation nicht immer leicht
ist, aber letzten endes mit einem Laecheln doch sehr viel bewegt werden kann.Die Arbeit mit den
Kindern, also Spielen, Basteln, Zeichnen etc., macht einfach wahnsinnig viel Freude und fuer die
Kinder bin ich als grosser, blonder Deutscher auch eine kleine Attraktion, da hier ca. 90 Prozent
der Leute dunkler Hautfarbe sind. Fragen wie "Bist du der Sohn von Padre Vilson?", "Bist du
Italiener?", "Hast du Eltern?" oder "Wie heisst mein Name auf deutsch/englisch?" habe ich schon
sehr oft mit meinem holprigen Portugiesisch beantwortet und somit fuer viel Erheiterung gesorgt.
In den Projekten werden die kreativen und schulischen Leistungen der Kinder gefoerdert, immer
mit dem Ziel vor Augen eine gerechtere Welt und eine politische Oeffentlichkeit zu schaffen; so
heisst ein grossesThema dieses Jahres "Frieden ist die Frucht der Gerechtigkeit." Demnaechst
werde ich auf einem benachbarten Huegel, dem "Morro do Mocotó", meine feste Arbeit beginnen.
Ich persoenlich habe schon jetzt allergroessten Respekt fuer die Arbeit der Leute hier, weil sie
wirklich grossen Problemen, wie den weitverbreiteten Drogenhandel und haeusliche (auch
sexuelle) Gewalt gegenueber den Kindern, entschlossen entgegen treten. Im Allgemeinen sind
die Menschen hier sehr zuvorkommend und aeusserst freundlich, sodass ich mich hier sehr will-
kommen fuehle und, so glaub' ich, schon ein Teil der "Comunidade da Capela da Nossa Senhora
de Monte Serrat", also der Gemeinde, geworden bin.

Fortsetzung folgt...


Bild gross unterwegs im Viertel ''Monte Serrat''

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